Armes Deutschland

 

Passend zur gegenwärtigen Anti-Gier-Debatte hat das US-Magazin “Forbes” wieder eine aktuelle Liste der Superreichen vorgelegt. Erstaunliches fördert das Reichen-Ranking zutage. Rund ein Drittel der insgesamt 1426 Dollar-Millardäre stammen aus den USA. Unter den zehn vermögendsten Menschen weltweit befindet sich nur eine einzige Frau. Es gibt wie im richtigen Leben nicht nur Gewinner, sondern auch einige bedauernswerte Verlierer.

 

Den saudischen Prinzen Walid Ibn Talal Al Saud hat es besonders schwer erwischt . Sein Vermögen wurde von Forbes nur auf mickrige 20 Millarden geschätzt. Der Potentat ist darüber zurecht erzürnt, hatte er doch selbst gegenüber dem Fachblatt zehn Millarden mehr angegeben, was ihm einen Platz in den begehrten Top Ten gesichert hätte.

 

Noch härter trifft es allerdings die Deutschen, Ihr Anteil ist auf beschämende 57 Dollar-Millardäre gesunken. Und kein einziger von ihnen befindet sich unter den ersten zehn! Aldi-Mitbegründer Karl Albrecht liegt als reichster Deutscher abgeschlagen auf Platz 18. Das sind Platzierungen wie beim Skispringen und sollte jeden von uns in der aktuellen Diskussion einmal so richtig nachdenklich stimmen. 

 

 

Commedia dell’arte

 

Ganz Italien regt sich über Peer “Pierrot” Steinbrück auf, weil er seine Politiker-Kollegen Grillo und Berlusconi als “Clowns” bezeichnet hat. Völlig zu Unrecht: der Spitzenkandidat der SPD wollte nur mal kultivierten Feinsinn beweisen und bezog sich mit seiner Äußerung lediglich auf die ureigenste Form der italienischen Komödie: die Commedia dell’arte. Ein Possenspiel um illustre Charaktertypen, das auch Steinbrück aus dem Stegreif beherrscht.

 

“Arlecchino”, die berühmteste Figur der Commedia, ist als schlitzohriger, derber Possenreißer der Vorfahre aller Kabarettisten vom Schlage Beppe Grillos. In “Pantalone” finden wir den Typus des wohlhabenden Kaufmanns im fortgeschrittenen Alter. Ein älterer Herr, der sich häufig in Dinge einmischt, die ihn nichts angehen, und auch gerne mal nach den jungen Frauen schielt. Wer könnte diese Rolle markanter verkörpern als Silvio Berlusconi?

 

Peer Steinbrück selbst ist die Figur des “Dottore” wie auf den Leib geschneidert. Dottore verkörpert, frei nach Wikipedia, meistens einen Gelehrten, der sich in erhabenen Denkerposen gefällt: “So stellt er bei jeder Gelegenheit zur Schau, über welches Wissen er verfügt, dies jedoch selten zur Situation passend.” Darüber hinaus wird er häufig “mit einer Knollennase, kugelförmiger Stirn und roten Wangen” charakterisiert.

 

 

Kannitverstan

 

Seit einigen Monaten erhalte ich in schöner Regelmäßigkeit Post aus Holland. Es handelt sich dabei um amtliche Schreiben der “Samenwerking Belastingen” des idyllischen Seestädtchens Vlissingen. Ich habe dort im letzten Sommer mal einen Kurzurlaub verbracht. Ich freue mich sehr, dass die Gemeinde Vlissingen auch nach meinem Aufenthalt noch an mich denkt. Offensichtlich hat mein Hawaiihemd einen tiefen Eindruck hinterlassen. Leider kann ich die Schreiben nicht verstehen, denn sie sind auf holländisch abgefasst.

 

Es ist allerdings nicht ganz auszuschließen, dass sich hinter den unverhofften Grüßen aus Holland in Wahrheit Strafzettel wegen Falschparkens verbergen. Dafür spricht die Tatsache, daß eine Zahlkarte angehängt ist und die Summe darauf sich von mal zu mal fast verdoppelt. Mittlerweile ist sie schon im zweistelligen Bereich angelangt. Der Mensch vom ADAC sagt: Strafzettel, die man nicht kapiert, muss man auch nicht bezahlen! Ich verstehe die Holländer nicht. Wenn ich etwas angestellt habe, möchte ich, dass man es mir klipp und klar mitteilt. Ich werde so schnell wohl nicht mehr nach Holland fahren. Lieber nach Österreich. Nach deren Länderspielbilanz gegen uns könnte ich ein deftiges Knöllchen doppelt gut verstehen.

 

 

Ein Königreich für einen Parkplatz

 

Ich bin nicht abergläubisch, das bringt nach einer Erkenntnis von Heinz Becker bekanntlich nur Unglück. Aber man sollte die Toten vielleicht besser ruhen lassen, wo sie sind. Kaum hat man ein Skelett., das unter einem Parkplatz in Leicester vor sich hin moderte, als die Gebeine des legendären englischen Königs Richard III. identifiziert, gerät die Welt aus den Fugen. “Ein Pferd, ein Pferd, ein Königreich für ein Pferd!”, das sollen nach Shakespeare die letzten Worte des mutmaßlichen Bösewichts gewesen sein. Welche Schmach für einen hagestolzen Ritter wie Richard, ausgerechnet unter einem schnöden Parkplatz in der englischen Provinz die letzte Ruhe zu finden! Da hilft es auch wenig, wenn man das Auto sozusagen als den rechtmäßigen Nachfolger des Pferdes betrachtet. Wenn Ihnen jetzt über Ihrer Lasagne noch nichts dämmern sollte, sei auch darauf verwiesen, dass sich England nicht lange nach Richard vom Papst lossagte. Das nächste globale Unheil zeichnet sich im Übrigen schon ab: massenhaft Meteoriteneinschläge auf Parkplätze.

 

Im stubenreinen Märchenwald

 

Die besorgten Sprachkritiker sind gegenwärtig schwer dabei, “missverständliche Begriffe” in Kinderbüchern aufzuspüren und diese durch unbedenkliche und zeitgemäße Formulierungen zu ersetzen. Ihr neuester Coup: In Otfried Preußlers Klassikern “Die kleine Hexe” und “Der Räuber Hotzenplotz” werden nicht nur sämtliche “Neger” eingeschwärzt, was noch halbwegs nachzuvollziehen wäre - nein, auch die angeblich ins Anzügliche irreführende Bezeichnung “Schuhe wichsen” soll nun stubenrein aufpoliert werden.

 

Wenn sich diese hehren Bemühungen fortsetzen, wird aus der “Hexe” in den Märchen demnächst wohl eine “Heilpraktikerin”, die “Zwerge” könnten zu “kleinwüchsigen Behinderten” mutieren und aus der “Königin” wird wahrscheinlich “ein weiblichea Staatsoberhaupt auf Lebenszeit mit quasi unbeschränkten Machtbefugnissen” - in der Kurzfassung auch: Angela Merkel.

 

Neudeutsch und politisch korrekt gesprochen wäre folgerichtig eine “Lebenspartnerschaft in sozial schwachen Verhältnissen” die bessere Beschreibung für den “armen Holzhacker und seine Frau” aus “Hänsel und Gretel”. Apropos, man sollte die umherstreunenden Halbwüchsigen aus bildungsfernen Schichten dann auch gleich mal ganz unmissverständlich und up to date in “Kevin und Shakira” umtaufen.

 

 

Weihnachten mit Googlehupf

 

Zum Weihnachtsfest dürfen wir uns auf eine ganze Reihe innovativer Geschenkideen im Süßwarensektor freuen. Neu auf dem Markt ist zum Beispiel der Googlehupf. Er verfügt über eine integrierte Suchfunktion für versteckte Mandelkerne und Rosinen. Am besten serviert man ihn frisch aus dem Ofen auf einem Tablet PC.

 

Der Apple-Kuchen in der Version 12.0 besticht durch sein schnittiges Slimline-Design “Tarte”. Das Hightech-Backwerk kann dank GPS-Empfänger überall im Haus geortet werden und ist drahtlos in die weltumspannende Cake-Cloud integriert Wer die entsprechenden Cookies nachinstalliert, bekommt obendrein noch ein paar leckere Kekse gratis dazu.

 

Revolutionär ist auch die neue Schokoladen-Kreation “Twitter Sport”. Sie sendet eigenständig Kurzbotschaften aus und hält die internationale Community über ihren aktuellen Verzehrzustand auf dem Laufenden. Unverändert in der Version 1.0 bleiben aber nach wie vor Omas Plätzchen. Selbst die fähigsten Tüftler zeigten sich bislang nicht imstande, dieses unschlagbare Rezept zu optimieren.

 

 

Gelassen in den Weltuntergang

 

Wenn nach der Prophezeiung des Maya-Kalenders am 21. Dezember die Welt untergeht, ist das kein Grund zur Besorgnis. Wir sollten aber einige Vorbereitungen treffen, damit wir diesem Tag gelassen begegnen können.

 

Falls Sie einen Zahnarzt-Termin nach dem 21. Dezember haben, sollten Sie ihn unbedingt vorziehen. Holen Sie auch vorher noch alle Ihre Anzüge aus der Reinigung. Der Abschluss einer Lebensversicherung vor dem Weltuntergang ist nach Meinung vieler Experten nicht ratsam. Stattdessen sollten Sie aber noch ordentlich Schulden machen. Vielleicht lassen Sie es auch mal im Spielcasino so richtig krachen.

 

So ein Weltuntergang hat auch seine Vorteile. Die Hypotheken-Zinsen für Ihre Immobilien sind auf einen Schlag getilgt. Sie müssen keine Zimmerpflanzen mehr gießen und sich um die Versetzung ihrer Kinder Sorgen machen. Und das Fernsehprogramm kann sowieso nur noch besser werden. Sie sehen selbst, der Weltuntergang ist kein Beinbruch. Wir haben schon ganz anderes überlebt.

 

 

 

Blaumann statt Kittelschürze

 

Elterngeld wird bei deutschen Männern immer beliebter, wie eine aktuelle Erhebung zeigt. Allerdings bilden betreuungswillige saarländische Väter in dieser Statistik bedauerlicherweise das Schlusslicht. Gerade mal jeder Fünfte will den Blaumantel gegen die Kittelschürze eintauschen. Woran das liegt?

 

Eine andere Untersuchung hat es gerade eben zum Vorschein gebracht: Saarländischen Männern ist die Berufsentscheidung viel wichtiger als die Wahl des Ehepartners oder die Familienplanung. Von daher finden nur vier Prozent von ihnen etwa eine Ehescheidung als bedeutsames Ereignis.

 

Ganz im Gegensatz steht dazu der Umbau eines Hauses oder einer Wohnung: den halten 16 Prozent der Saar-Männer für einen gravierenden Lebensabschnitt. Woraus zweierlei zu folgern ist: dem saarländischen Mann geht das Nest vor der Brut, und gäbe es so etwas wie ein Umbaubetreuungsgeld - keiner könnte ihm den vordersten Rang in der Statistik streitig machen.

 

 

 

Der Nikolaus streikt

 

Nach Jahrhunderten stillen Duldens haben sich die Mitarbeiter der Kirche nun endlich das Streikrecht erkämpft. Doch bei Vielen schrillen jetzt die Alarmglocken. Was wäre etwa, wenn der Nikolaus an seinem bald bevorstehenden Ehrentag die Arbeit niederlegen würde? Gründe hierfür hätte er zuhauf, zum Beispiel die allgemein gestiegenen Kosten für die Rentierhaltung. Man muss sich in diesem Zusammenhang auch ganz klar vor Augen führen, dass der historische Vorläufer des bärtigen Kirchenmannes aus Griechenland stammt. Nicht auszudenken, wenn die Streikwelle dann noch das Christkind erfassen würde!

 

Bislang noch ungeklärt ist, ob auch der Papst zukünftig von einem Streikrecht Gebrauch machen kann. Versuche, mit seinem unmittelbaren Arbeitgeber in einen Dialog zu treten, sind bislang noch alle kläglich gescheitert. Viele befürchten daher, dass jener sich selbst seit Ewigkeiten in einem Dauerstreik befindet