Per Mausklick in die Museen der Welt

Google Art Project bietet digitalen Rundgang durch 151 Kunstgalerien

 

Mit dem Google Art Project bietet der Suchmaschinenriese Google Kunstinteressierten die Möglichkeit, eine Vielzahl von Kunstwerken am Bildschirm des eigenen Rechners in bestechender Qualität anzuschauen.

 

Die Web-Anwendung Google Art Project macht es möglich: Einen Rundgang durch ein Museum zu unternehmen – vielleicht sogar durch mehrere Museen am gleichen Tag, obwohl diese auf unterschiedlichen Kontinenten liegen. Seinen Ursprung hat das Art Project in Googles sogenannter „20-Prozent-Regel“. „Diese Regelung gibt Mitarbeitern die Freiheit, 20 Prozent ihrer Arbeitszeit auf eigene Ideen oder Projekte zu verwenden“, erklärt Lena Wagner, Pressesprecherin des Suchmaschinenriesen. Im Falle des Google Art Projects war es die Idee von vier Kollegen. Ihre Vison war es, Kunst jedermann zugänglich zu machen. Dabei bleibt die Internet-Seite des Projekts werbefrei, wird komplett von Google finanziert.

 

17 Museen waren beim Start des Projekts mit im Boot, doch die Zahl der im Internet ausstellenden Galerien und somit die Zahl der Kunstwerke ist stark angewachsen. Die Webseite des Google Art Projects zeigt mittlerweile 30 000 digitalisierte Kunstwerke, von 151 Museen aus 40 verschiedenen Ländern. Lag der Fokus zu Beginn auf Gemälden und Zeichnungen, können Nutzer mittlerweile auch Skulpturen, religiöse und historische Artefakte, Streetart oder Fotografien bei ihrem virtuellen Rundgang durch die Museen finden. Sogar Höhlenmalereien der australischen Ureinwohner können jetzt bequem vom Bildschirm aus betrachtet werden.

 

„Die immense Nutzerzahl von Google ist eine Chance, Menschen zu erreichen“

Dirk Burghardt, Direktor staatliche Kunstsammlung Dresden

 

Für sein Online-Kunstprojekt konnte Google mitunter renommierte Galerien gewinnen: Mit dem Metropolitan Museum of Arts aus New York, dem Pariser Musée d'Orsay oder auch derTate Gallery aus London hat man sich prominente Kunsthäuser ins Boot geholt. Aus Deutschland sind der Kunstpalast Düsseldorf, fünf Galerien der staatlichen Museen zu Berlin und zwölf Häuser der staatlichen Kunstsammlungen Dresden dabei. „Die Idee passte sehr gut zu unserem eigenen digitalen Konzept“, erklärt Dirk Burghardt, kaufmännischer Direktor der staatlichen Kunstsammlung Dresden, „und die immense Nutzerzahl von Google ist eine Chance, Menschen zu erreichen, die unsere Häuser noch nicht kennen.“

 

Die Digitalisierung der Kunstwerke und Museen, in denen sie ausgestellt sind, geschah laut Google-Sprecherin Wagner durch verschiedene Methoden: „Zum einen wurden die Grafikdaten für die virtuellen Rundgänge auf ähnliche Weise wie bei den Panoramafotos von Google Street View erfasst. Die Kameras waren hierbei nicht auf einen Pkw, sondern auf einen Handwagen angebracht.“ Der Nutzer kann sich nun schrittweise durch das Ergebnis dieser Arbeit, die digitalen Galerien, klicken oder einfach von einem Bild zum nächsten – beides ist möglich.

 

Anschauen kann ein Besucher der Seite dort grundsätzlich alles – vorausgesetzt, er hat die aktuellste Version seines jeweiligen Browsers installiert sowie den Adobe Flash Player. Eine Registrierung ist nur nötig, falls eine selbst zusammengestellte Nutzergalerie angelegt werden soll.

 

„Die teilnehmenden Museen stellten für unser Projekt ihre eigenen hochauflösenden Fotos zur Verfügung. Oftmals mit zusätzlichen Informationen zu einem Kunstwerk oder Künstler in Form eines Textes oder Videos“, erzählt Wagner weiter.

 

Jedes am Art Project teilnehmende Museum kann eines seiner Gemälde aussuchen, das mit einer Auflösung von sieben Gigapixeln auf der Seite dargestellt wird. Laut Google entspricht das der Gesamtauflösung von 3500 Fernsehbildern in hochauflösender Qualität (HD). Dadurch werden für den Nutzer mit dem bloßen Auge nicht mehr zu erfassende Details wie Pinselstriche erkennbar. Bisher lassen sich in dieser Qualität 46 Bilder bestaunen.

 

googleartproject.com/de