Daddy Cool- Meisterhüftschwung statt Goldkehlchen

Der Aufstieg und Fall von Boney M.

 

Sie waren die musikalische Größe der 70er und 80er Jahre. Die Queen ernannte sie zur „Erfolgreichsten Popgruppe Englands 1978“: Die Disco-Pop-Formation Boney M..

Zwei attraktive und stimmgewaltige Leadsängerinnen und die Inkarnation des Daddy Cool Bobby Farrell. Mit bunten, eng anliegenden und provokativen Kostümen haben sich die, aus der Karibik stammenden, Künstler Ende der 70er Jahre einen Namen gemacht. Hatte die Debutsingle „Baby do you wanna Bump“ (1974 ) noch ein leeren Plattencover vorzuweisen, zierten die exotischen Musiker, von Frank Fahrian bunt zusammengewürfelt aus der Kartei einer Offenbacher Künstleragentur, kurze Zeit später die Single „Daddy Cool“. Zunächst wollte der Funke zwischen der neu kreierten Band und dem Publikum nicht so recht überspringen, aber als es dem Produzenten im September 1976 gelingt Boney M. in die Sendung „Musikladen“ zu schleusen kommt der große Durchbruch.

 

Boney M. auf der Überholspur

 

Daddy Cool stieß eine Welle der Begeisterung los und tanzte man zunächst nur in deutschen Diskotheken zu dieser neuen eingängigen Musik, schwappte eben diese Welle weiter nach England bis sie bald ganz Europa, Afrika, Amerika und sogar die Karibik eroberte. Farin produzierte einige Hits für die afrikanischen Fans extra in Swahili, um diese noch besser zu erreichen.

 

Boney M. knüpft an den Erfolg ihrer ersten Single an. 1978 veröffentlichen sie ihren erfolgreichsten Titel „Rivers of Babylon“, der sich weltweit mehr als vier Millionen mal verkauft. Insgesamt wird die Band am Ende ihrer Karriere mit 50 Platin, 42 Goldenen und 50 Silbernen Schallplatten ausgezeichnet worden sein.

 

Der Playback-Skandal, der Anfang vom Ende

 

Die Welt will Liz Mitchell, Marcia Barrett und Bobby Farrell singen und tanzen sehen, umso größer ist das Entsetzen, als aufgedeckt wird, dass nicht der große braungebrannte Südamerikaner den Liedern mit seiner tiefen Bassstimme das besondere Etwas verleiht sondern der blasse, etwas pummelige Saarländer Frank Farian, also der Produzent selbst, singt und Farrell nur Playback die Lippen dazu bewegen lässt. Der Schock sitzt tief, aber die Boney M. Anhänger wollen nicht auf ihre Superstars verzichten und so begleitet Farrell Farian und seine Leadsängerinnen weiter mit seinem legendären Tanz, seiner einzigartigen Beweglichkeit und Ausdauer. 1981 steigt ihm der Erfolg zu Kopf, durch seine stark nachlassende Arbeitsdisziplin entscheidet sich der Produzent dafür, den Tänzer zu entlassen. Trotz späterem Comeback Farrells, kann die Gruppe nicht an vorangehende Erfolge anknüpfen und wird 1986 endgültig aufgelöst.

 

Nach 20 Jahren Stille: Daddy Cool lebt!

 

Im September 2006 feiert das Musical „Daddy Cool“ in London Premiere. Seit April 2007 lebt Boney M. und ihre Musik auch in Deutschland wieder auf. Farian, der Produzent des Musicals, verarbeitet darin die größten Hits von Boney M.und verbindet diese mit Songs anderer Künstler, die er hervorgebracht hat. Mehr Informationen zum aktuellen Musical finden Sie auf der Veranstaltungshomepage: www.ticketonline.de/daddy-cool-musical-tickets.